Film zur Hospitation in der privaten Kindertagesstätte BIM BOM in Rybnik/Polen
Filmskript
Text und technische Herstellung:
Christian Büttner
6 pädagogische Fachkräfte, eine Praktikantin und ein Studienleiter machten sich auf die Reise nach Polen, um dort mit Kolleginnen und Kollegen über
demokratisch orientierte Erziehung in vorschulischen Einrichtungen zu diskutieren.
Von der privaten Einrichtung Bim Bom in Rybnik waren wir eingeladen worden und wurden während der gesamten Reise von den Kolleginnen und Kollegen fürsorglich betreut.
Diese Einrichtung hat ein zweisprachiges Konzept - polnisch/deutsch - und betreut zur Zeit Kinder im Alter von 2-5 Jahren.
Mit den Kindern war ein Begrüßungsprogramm vorbereitet worden, bei dem wir gleich mitmachten. Das Verhalten der Kinder wurde zum Abschluss des
Kindergartentages unter der Anleitung der Erzieherin von der Kindergruppe bewertet. Für gutes Verhalten gab es Smiley mit lachendem, für
schlechtes Verhalten ein Smiley mit weinendem Gesicht. Weinende Gesichter gab es bei den beiden Jungen mit der schlechten Bewertung.
Wir hatten uns demokratische Erziehung anders vorgestellt, mussten dann aber in zähen Diskussionen erkennen, dass es bei uns dieses Bewertungssystem
ebenfalls gibt, nur ist es weniger transparent und ganz und gar unpartizipativ. Denn: Es wird nicht die Gemeinschaft befragt, sondern es ist die
pädagogische Autorität, die individuell und oft auch von den Kolleginnen unkontrolliert bewertet und diszipliniert.
Der fachliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen
fand bei zwei Abendessen in Restaurants statt, was nicht unbedingt eine
dafür günstige Umgebung
darstellte, aber aus der Perspektive des Genusses sehr erfreulich war.
Wir konnten auch eine öffentliche Einrichtung besichtigen, wo man uns alles erklärte, was uns an der Organisation der pädagogischen Arbeit interessierte.
Hier zeigen die Erzieherinnen, wie sie den Wochenablauf planen und anschließend den tatsächlichen Verlauf protokollieren.
Auch hier gab es uns zu Ehren eine Vorführung, die uns sehr beeindruckte.
Ein drittes Gespräch konnten wir - weniger gestört - in unserem Hotel organisieren. Ein festliches Abendessen rundete unseren Besuch ab.
Dort konnten wir noch einmal unsere Studie präsentieren und dann bei Einzelgesprächen
ins Detail gehen und Kontakte knüpfen.